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Geschrieben von Kurt am 28.11.07 um 09.24:
Umbau auf Bleifreibetrieb
Hat jemand Erfahrung mit der Umrüstung des Zylinderkopfs auf bleifreien Benzin?
Lt. meinem Zylinderschleifer genügt es die Auslassventile mit Einsatzstahlsitzringen zu versehen.
Oder habt ihr schon versucht längere Zeit ohne Zusatz mit dem orig. Kopf zu fahren?
Bin gespannt auf eure Antworten....
Geschrieben von örni am 28.11.07 um 09.55:
hallo Kurt,
verwendet mann dann nicht normal einen Corsa- Kopf?
Glaube auch nicht das du Probleme bekommst wenn du einen alten Kopf mit Bleifrei Betreibst. Mußt halt ofter mal nach dem Ventielspiel schaun.
@ Alle: wer weiß wodurch der Corsakopf sich noch unterscheidet?
Wenns nur ein eingegossenes Datum ist, dann könnte man den ja auch als Austauschteil betrachten.
Grüße Björn
Geschrieben von 66er Rallye am 28.11.07 um 10.26:
RE: Umbau auf Bleifreibetrieb
...
Geschrieben von Holgi Seiner am 28.11.07 um 11.20:
RE: Umbau auf Bleifreibetrieb
Mahlzeit
Glaube,das Thema war schon mal Hier.Wenn Ich mich recht entsinne,waren die Köpfe Identisch.Corsa hat nur Größere Ventile.Der Bleifrei Kopf hat zusätlich noch unter den Auslass Ventilfedern was drunter(Rotocaps? oder so ähnlich heißen die glaube Ich).
Hoffe das war richtig,was Ich da geschrieben habe.
Gruß Holger
Geschrieben von polifax am 28.11.07 um 11.30:
RE: Umbau auf Bleifreibetrieb
ich hab' mal irgendwo gelesen, daß sich im laufe der zeit das blei an den sitzringen ablagerte, ja sogar hineingeschlagen wurde, (nennt sich memoryeffekt). dieses abgelagerte blei(keine ahnung, wie der fachbegriff lautet) schützt den ventilsitz nachhaltig noch für viele tausend kilometerchen.
ich bin in den jahren '90 bis 2000 immer wieder b-kadett im alltag bleifrei gefahren, die nicht umgerüstet waren. hatte nie probleme.
Geschrieben von Kurt am 28.11.07 um 11.32:
RE: Umbau auf Bleifreibetrieb
Bei uns in Österreich hats den Corsa mit der OHV Maschine nie gegeben und daher sind folglichauch die Köpfe schwer zu bekommen.
Auch die d-kadett sind mit dem OHV mehr als rar geworden und im E-Kadett hats bei uns nie einen OHV gegeben.
Rotocaps hat meiner nicht und ist ein 1100N Motor also mit den Oktanzahlen gibts hier kein problem.
Mich würde nur interessieren ob sichs rentiert - da ich den Motor zerlegt habe - den Kopf umbauen zu lassen.
Weiß vielleicht wer was die Richtlinien lt. Opel für den OHV mit bleifrei sind? Kann mich wage erinnern das man bleifrei fahren kann mit dem 1100 N und nur jede 6. Tankfüllung früher verbleites Tanken musste - also müsste doch jede 6. Füllung ein Zusatz reichen oder
Geschrieben von KrystynaKadett am 28.11.07 um 11.49:
RE: Umbau auf Bleifreibetrieb
kann mich auch daran erinnern daß es hieß jede 5 bis 6
Tankfüllung mit verbleitem Benzin.
Heute benutze ich ca. jede 3 Tankfüllung Bleiersatz um mein
Gewissen zu beruhigen. Ob das was bringt weiß ich aber nicht.
Geschrieben von Schrägheck am 28.11.07 um 18.24:
Moin,
mit einem 73er 11N habe ich etliche Kilometer (ca 80tkm) abgespult.
Anfangs noch mit Blei, wenn grössere Autobahntouren anstanden, später nur bleifrei. (geschätzte 30tkm)
Bei km 89t. (edit: 189t!) war die Kopfdichtung durch und ich "durfte" mir die Ventile ansehen.
Minimale Einschlagspuren auf den Ventilen.
(die Sitze habe ich nicht angesehen)
Also alles im grünen Bereich.
Bei meinem jetzigen 69er 11N ist das Auslassventil des 4. Zylinders stark eingeschlagen.
Ich bin teils mit, teils ohne Blei- Ersatz gefahren.
Allerdings Autobahn mit fast durchgehend Vollgas. (ca 5600U/min)
Das Ventil ist ca 2-3mm tiefer im Sitz als alle anderen.
Könnte ein Fertigungsfehler sein, also nicht allgemeingültig.
Das Ventilspiel muss ich etwa alle 5tkm nachstellen.
(nur auf Zyl. 4 verringert sich das Spiel bis dahin von ca 0,3 auf fast 0, alle anderen behalten ihre 0,25 und 0,15 grob bei)
Das Einschlagen der Ventile soll stark Drehzahlabhängig sein.
Wer also nur "gemütlich" fährt, sollte ohen Bleifrei- Sitzringe auskommen.
Für Härtefälle wie mich, sind die Ringe bzw. der Korsakoff wohl sinnvoll.
Gruss, Jens
Geschrieben von Greenie am 28.11.07 um 20.53:
ich werde einen Corsa-Kopf verbauen aus einem 1,0 da der 1,0 das selbe Verdichtungsverhältnis hat wie der 1,1 SR.....und er hat größere Einlassventile.....passen tut der genauso wie alle anderen OHV Köpfe....
Geschrieben von HEINZ am 28.11.07 um 21.23:
@ Greenie
woher weisst du das blos alles???
Geschrieben von Greenie am 28.11.07 um 21.49:
AUSM FORUM
Geschrieben von Big-Elch am 29.11.07 um 00.11:
@Schreckheck-Jens:eingeschlagen*? Bitte zieh auch in Betracht,dass sich der Ventilschaft auch langsam aber sicher längen und dann abreissen kann.Ist mir schon mal passiert.Vorher hatte ich auch immer fleissig nachkorrigiert; seitdem bin ich immer misstrauisch,wenn das Ventilspiel kleiner wird...
* eingeschlagene Ventile hab ich übrigens noch nie gesehen; "angebrannte" Auslassventile schon des öfteren.
(wollte ich nur mal erwähnen- ohne gleich Deine Aussage anzuzweifeln.Meine Beobachtungen müssen ja nicht repräsentativ sein

Bei mir war das damals das Lehrgeld für Experimente beim Ventil/Vergaser/Zündung einstellen)
Das mit dem längen und dann abreissen war durch Wegbrennen des Schaftes kurz oberhalb des Ventiltellers geschehen.
Gruß,
Bernd
Geschrieben von MsSuperman am 29.11.07 um 13.40:
| Zitat: |
Original von Greenie
AUSM FORUM
|
Wäre nicht schlecht, wenn einer eine Liste erstellen könnte, welche Motoren/Köpfe Kadett/Corsa welche Verdichtng und welche Ventilgrößen hat.
Wenn jemand die ganzen Infos hat, wäre das doch "schnell"

gemacht.
Die Liste könnte man dann in den Downloadbereich stecken.
Gruß
Marco
Geschrieben von ohv am 29.11.07 um 16.24:
| Zitat: |
| ich werde einen Corsa-Kopf verbauen aus einem 1,0 da der 1,0 das selbe Verdichtungsverhältnis hat wie der 1,1 SR.....und er hat größere Einlassventile.....passen tut der genauso wie alle anderen OHV Köpfe.... |
Tippfehler: Auslassventile.
der ohv
Geschrieben von Schrägheck am 29.11.07 um 18.06:
Moin Elchi!
Das Auslassventil, bzw. Bilder vom Kopf, hatte ich schon mal anlässlich meiner Zylinderkopfdichtungswechselaktion gepostet.
Aber ich hänge sie hier noch mal hin.
Ich hoffe, es ist erkennbar.
(übrigens seitdem ca 15tkm gefahren!)
Ach so, trotzdem danke für den Tip!
Gruss, Jens
Geschrieben von Greenie am 29.11.07 um 19.11:
| Zitat: |
Original von ohv
| Zitat: |
| ich werde einen Corsa-Kopf verbauen aus einem 1,0 da der 1,0 das selbe Verdichtungsverhältnis hat wie der 1,1 SR.....und er hat größere Einlassventile.....passen tut der genauso wie alle anderen OHV Köpfe.... |
Tippfehler: Auslassventile.
der ohv |
Ups...SORRY....Steffen Du hast RECHT.....im Eifer deß Gefechts hab ich das überhaupt nicht mehr gelesen oder bemerkt...
ich meinte natürlich das Auslassventil
Geschrieben von Graf Vlad am 12.01.08 um 23.45:
RE: Umbau auf Bleifreibetrieb
| Zitat: |
Original von Kurt
Hat jemand Erfahrung mit der Umrüstung des Zylinderkopfs auf bleifreien Benzin?
Lt. meinem Zylinderschleifer genügt es die Auslassventile mit Einsatzstahlsitzringen zu versehen.
Oder habt ihr schon versucht längere Zeit ohne Zusatz mit dem orig. Kopf zu fahren?
Bin gespannt auf eure Antworten....
|
Moin,
das Problem bei den Ventilsitzen der alten Köpfe ist, dass es ein paar Faktoren gibt, die besser nicht zusammenkommen sollten, aber besonders beim Auslassventil zusammenkommen. Die Faktoren sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
– hohe Temperatur der Ventile
– hohe Drehzahlen
– Rotocaps
– gute Verschweißbarkeit der Materialien
Das Blei wirkt wohl im Wesentlichen als Trennmittel, das die Verschweißung des Ventils mit dem Ventisitz verhindert. Durch hohe Drehzahlen und damit verbunden hohe Temperaturen besonders der Auslassventile wird dir Bereitschaft der Materialien von Ventil und Ventilsitz erhöht, sich zu verbinden.
Das Vorgesagte verdeutlicht, dass eine Bleifrei-Umrüstung bei einem Motor mit 80 PS/Liter wesentlich notwendiger ist, als bei einem Motor mit 40 PS/Liter und entsprechend geringeren Drehzahlen. So gesehen sollte eine Ausrüstung der Ausassventile mit Bleifreisitzringen eigentlich reichen.
Beim CIH-Motor hält ein Kopf etwa 30.000 km Bleifreibetrieb ohne Ersatzstoffe aus (war zumindest bei dem Kopf meines 2,0N bei drehfreudiger Fahrweise so der Fall). Dann hatten die Ventilsitze sichtbare Vernarbungen, weil bei den Punktuellen Verbindungen von Ventil und Ventilsitz kleine Stücke aus dem Ventilsitz quasi herausgerissen wurden. Die Bleifreiumrüstung ist also quasi die Vorwegnahme der Reparatur eines noch nicht eingetretenen Verschleißes.
Viele Grüße,
Thorsten
Nachtrag: Wer einen Motor mit nicht gehärteten Ventilsitzen im Bleifreibetrieb fährt, sollte unbedingt in kurzen Abständen das Ventilspiel kontrollieren!
Geschrieben von Big-Elch am 13.01.08 um 07.29:
RE: Umbau auf Bleifreibetrieb
| Zitat: |
Original von Graf Vlad
Moin,
das Problem bei den Ventilsitzen der alten Köpfe ist, dass es ein paar Faktoren gibt, die besser nicht zusammenkommen sollten, aber besonders beim Auslassventil zusammenkommen. Die Faktoren sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
– hohe Temperatur der Ventile
– hohe Drehzahlen
– Rotocaps
– gute Verschweißbarkeit der Materialien |
- was ist denn an Rotocaps schlimm,Thorsten?
Ich dachte- da sie die Ablagerung von Verbrennungsrückständen an Ventil und Ventilsitz vermindern- würden sie für einen positiven Effekt stehen?(die- so sauber gehaltenen Ventilteller- können dann ihre Wärme besser an den Zylinderkopf abgeben)...
oder?
p.S.: Ich hab fast nur 11s-Motoren gefahren- alle ohne Blei oder Bleiersatz ohne Schäden an den Ventilen.
Mein F-Coupé 11Jahre,ca. 150000Km,und gerne stundenlang Vollgas(5700 u/Min. )
Geschrieben von Graf Vlad am 13.01.08 um 12.07:
RE: Umbau auf Bleifreibetrieb
| Zitat: |
Original von Big-Elch
was ist denn an Rotocaps schlimm,Thorsten? |
War ein Denkfehler meinerseits; Rotocaps verursachen die Drehbewegung nur beim Öffnungshub des Ventils. Wirklich kritisch bezogen auf den Ventilsitzverschleiß ist aber die Drehbewegung des Ventils beim Aufsetzen. Diese Drehbewegung wird wohl durch die Ventilfeder verursacht und ist umso größer, je höher die Drehzahl des Motors ist.
Viele Grüße,
Thorsten
Geschrieben von Graf Vlad am 13.01.08 um 22.15:
Moin,
in einem ähnlichen Zusammenhang habe ich noch ein paar Infos zu dem Thema gefunden. Quelle der Informationen ist der Artikel "Bleifreier Kraftstoff und Ventilverschleiß" von Prof. Dr.-Ing. Rainer Wieler (Maschinenbau) in "Der Zuverlässige" 05/2007 (Clubmagazin der Alt Opel IG).
In dem genannten Artikel wird die durchaus positive Wirkung der Rotocaps bei den recht hohen Bleigehalten der Sechziger beschrieben. Aber es werden auch die kontraproduktiven Ergebnisse beim Bleifreibetrieb erwähnt. Rotocaps verringern laut Aussage von Prof. Wieler durchaus die Eignung eines Motors für Bleifreibetrieb (vermutlich hat meine erste Überlegung also gestimmt).
Aufgrund der geringen Materialstärke am Ventilsitz eines CIH-Zylinderkopfs wurde dort bei Bleifreimotoren die
Induktionshärtung verwendet.
Weiß jemand, ob das bei den OHV-Motoren vom Corsa auch so ist?
Viele Grüße,
Thorsten
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